Auch in diesen Tagen gehen, der kalten Jahreszeit zum Trotz, die Geländeprospektionen des Nationalen Instituts für Denkmalpflege im Erzgebirge weiter. Die Archäologen der Außenstelle Loket suchen im Rahmen des ArchaeoMontan-Projektes nach den Altbergbauspuren im böhmischen Teil des Erzgebirges. Im Fokus ihrer Forschungsvorhaben stehen derzeit die Lokalitäten Schwimminger und Mückenberg, die sich in den heutigen Gemarkungen Ryžovna und Potůčky befinden.
Im Bergbaurevier um die Bergstadt Platten (Horní Blatná) konnten sie am sogenannten Schwimmiger mittelalterliche Bergbau- und Siedlungtätigkeiten nachweisen. Im Zuge Ihrer Prospektionen wurden etliche Fragmente von Offenkacheln, Glas sowie Bruchstücke einer Pfeife und einer Spielmurmel aus Lehm entdeckt. Die vor Ort gefundenen Probiergefäße bezeugen zudem den Probierprozess direkt am Bergwerk. Eine zumindest gelegentliche Nutzung der Siedlung bis in die Neuzeit kann vermutet werden.
Die Siedlung Mückenberg bei Zlatý kopec, deren Entdeckung ebenso durch Geländebegehungen gelang, ist ihr zweiter Schwerpunkt. Der Ort ist aus den alten Kartierungen bekannt, bspw. der Karte des böhmischen Bezirks Saaz von Johann Christoph Müller von 1769. Das geborgene Fundspektrum am Mückenberg umfasst Fragmente von Offenkacheln, Fensterglas, exquisites Tafelgeschirr aus Irdenware und Steingut sowie Produktionsabfälle der Kobaltfarbenherstellung. Der Fund einer Münze aus dem Jahr 1531 entspricht der zeitlichen Einordnung der Keramikfunde. Die Siedlung fiel vermutlich im 17. Jahrhundert wüst.
Dank der großräumigen Geländeprospektionen der Archäologen aus Loket konnten zudem weitere Bergbauspuren an einer Vielzahl von Orten im Einzugsgebiet von Černá und Zlatý potok lokalisiert und dokumentiert werden. Hierbei handelt es sich überwiegend um Bergbauaktivitäten des 16. Jahrhunderts. Zahlreiche Funde einzelner Keramikfragmente, aber auch größere Ensembles datieren in das 16. Jahrhundert und zeigen eine rege und insbesondere weiträumig ausgedehnte montane Aktivität in dieser Zeit.
Die Suche nach weiteren montanarchäologischen Fundstellen wird weiterhin fortgesetzt. Grundlage der Forschungen bilden die neuen LiDAR-Daten der Region, die den Blick auf verborgene Orte mit potenziellen Altbergbauspuren ermöglichen. Die Geländeprospektion wird durch eine Archivrecherche und die Auswertung von historischen Bergbaukarten ergänzt.



