Der Einfluss des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bergbaus auf die Landschaft geht weit über die relativ punktuellen Eingriffe hinaus, die die eigentlichen Bergwerke darstellen. Dabei hatte die Holzkohlenherstellung mit Sicherheit die stärkste Auswirkung.
Vor der Verwendung von Steinkohle war das Holz, speziell in der leichter zu transportierenden Form von Holzkohle, der wichtigste Energieträger. Für die Erzeugung von einem Kilogramm Silber waren 35 kg Holzkohle notwendig, deren Herstellung wiederum 175 kg Holz benötigte.
Bereits seit den Anfängen des ersten Berggeschreis im 12. Jahrhundert führte die Vermeilerung von großen Mengen Holz zu eingreifenden Veränderungen des Waldbilds und machte aus dem relativ unberührten Urwald (der sog. Miriquidi) im Erzgebirge eine Kulturlandschaft. Die Spuren dieser Wandlung haben sich über die Jahrhunderte in der Form von Pollenkörnern in Torf erhalten.
Im Rahmen des Ziel3-Projektes ArchaeoMontan und in Kooperation mit der Graduiertenschule "Human Development in Landscapes" der Universität Kiel wurden in diesem Sommer an einigen vielversprechenden Stellen im Erzgebirge Proben für nähere Untersuchungen entnommen. Eine wichtige Stelle nimmt dabei das Moor Kriegswiese südlich von Satzung (Stadt Marienberg) ein, das nur wenige Kilometer von der Bergbausiedlung auf dem Kremsiger entfernt ist. Hier sollte sich der menschliche Einfluss auf die Umwelt deutlich abzeichnen und Aufschluss über den Umfang und die Datierung der bergbaubedingten Landschaftsveränderung geben.
Rengert Elburg




