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Internationales Forschertreffen zu den Zinnseifen im Erzgebirge

Vom 11. bis 13. Juni 2026 fand im Rahmen des ArchaeoTin-Projektes ein internationales Forschertreffen in den Referenzregionen des Projektes statt.

Gruppe von Personen steht vor einem großen Stein mit der Beschriftung "Auersberg 1018 m". Im Hintergrund ist ein Turm und eine hölzerne Gebäude zu sehen. Der Himmel ist bewölkt, und die Personen tragen unterschiedliche Outdoor-Bekleidung.
Treffen der Forschergruppe am 1. Tag auf dem Gipfel des Auersberges, v. r. n. l. Christiane Hemker (LfA), Krystof Derner (Uapp Most), Matthias Schubert (LfA), Jana Doležalová (Uapp Most), Grit Neubauer (TU Dresden), Ken Massy (LMU München), Alan Williams (Durham University), Frank Schröder (LfA).
Gruppe von sieben Personen im Wald, die unter regnerischem Himmel stehen. Ein Mann hält einen Schirm und zeigt mit einem Gegenstand in der Hand auf den Boden. Die anderen tragen Regenjacken und folgen aufmerksam seiner Erklärung. Im Hintergrund sind hohe Bäume und dichter Wald zu sehen.
Krystof Derner erläutert der Forschergruppe die Ergebnisse seiner Untersuchungen in der bronzezeitlichen Seife von Vysoká Štola (Hohenstollen) bei Nejdek (Neudeck). Foto: Jana Doležalová

Die Forschergruppe setzte sich aus WissenschaftlerInnen der Projektpartner Landesamt für Archäologie Sachsen (LfA) und Institut für archäologische Denkmalpflege Nordwestböhmens (Uapp Most), dem Archäologischen Instituts der Universität München sowie dem Institut für Waldwachstum und Forstliche Informatik der Technischen Universität Dresden zusammen. Als Gastforscher nahm Dr. Alan Williams von der Durham-University (England) teil, der aufgrund seiner langjährigen Forschungen zu den Zinnlagerstätten Südwestenglands zu den renommiertesten Experten für den prä- und historischen Seifenbergbau zählt.

Ziel des Treffens war der wissenschaftliche Austausch zu den Ergebnissen der im Rahmen des ArchaeoTin-Projektes durchgeführten archäologischen Untersuchungen in entsprechenden Zinnseifen beidseits des Erzgebirges.

Bei teils strömendem Regen besuchte die Gruppe auf sächsischer Seite unter Leitung von Matthias Schubert (LfA) die Bergbaulandschaft am Auersberg mit zahlreichen Pingen, oberflächennahen Abbauen sowie kleinen Abbaugruben und einem markanten Seifentyp mit Längsgräben. Im Seifenrelikt Sauschwemme wurde die geologische Entstehung der Seifenlagerstätte diskutiert, das bronzezeitliche Abbauareal begutachtet und die Ergebnisse aus den dort durchgeführten archäologischen sowie naturwissenschaftlichen Untersuchungen diskutiert.

Der folgende Tag führte die Forschergruppe – wiederum bei strömendem Regen – unter Leitung von Krystof Derner zu den Zinnseifen auf der tschechischen Seite des Erzgebirges. Hier standen gleich mehrere Seifenrelikte an Fundorten unterschiedlicher Zeitstellung auf dem Programm. So beispielsweise die möglicherweise bereits bronzezeitliche Seife von Vysoká Štola (Hohenstollen) bei Nejdek (Neudeck), der Fundort Seify (Seifenhäusel) aus dem 14. Jahrhundert sowie ein Bergbaubetrieb in Rolava (Sauersack) aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und die Seife am Zaječí vrch (Rammelsberg) bei Potůčky (Breitenbach) in der Nähe von Horní Blatná (Platten).

Besonders hervorzuheben sind die teils sehr unterschiedlichen Abbauformen beidseits des Erzgebirgskamms, die auch Alan Williams beeindruckten.

Insbesondere der Erfahrungsaustausch mit Alan Williams führte während des Treffens zu spannenden neuen Erkenntnissen hinsichtlich der Befundinterpretation und Deutung geologischer sowie anthropogener Prozesse im prä- und historischen Zinnabbau.