Arbeiten wie ein Bergmann im Mittelalter – das können ab jetzt alle Interessierten im MiBERZ – Museum für mittelalterlichen Bergbau im Erzgebirge in Dippoldiswalde. Vor den Originalfunden in den Vitrinen, ausgerüstet mit VR-Brille und Controller, kann der Besucher künftig zum digitalisierten Gezähe greifen und Silber in einem virtuellen Bergwerk abbauen. Die komplett künstlich geschaffene Welt basiert auf den Forschungsdaten der Montanarchäologen beim Landesamt für Archäologe Sachsen und wurde im Rahmen des internationalen VirtualArch-Projektes umgesetzt.
Zusammen mit der Software-Entwicklungsfirma GTV – Gesellschaft für Technische Visualistik wurde ein Konzept erarbeitet, mit denen Museumsbesucher permanent und ohne Betreuung in die virtuelle Realität abtauchen können. Zusätzlich zur neuen VR-Medienstation wurde das digitale Medienangebot des MiBERZ um einen audiovisuellen Rundgang erweitert. Direkt am eigenen Smartphone oder am ausleihbaren Tablet erhalten Besucher tiefergehende Informationen zu den ausgestellten Objekten. Animationen, Audio- und Videodateien sowie originale Fundfotos ergänzen den Museumsbesuch. Zeitnah wird dieser durch eine eigene Kinderebene ergänzt, in der spielerisch durch die Ausstellung geführt wird.
Damit präsentiert sich das MiBERZ als hochmodernes Museum, das auch Attraktivität für junge Besucher bietet. So waren Schüler des "Glückauf"-Gymnasiums in Dippoldiswalde begeistert von den digitalen Möglichkeiten des Museums und machten sich direkt an die „virtuelle Arbeit unter Tage“. Vor allem waren sie überrascht von dem, was ihre Heimat zu bieten hat und können sich die Einbindung des Museums in den Unterricht gut vorstellen.
Kerstin Körner, Oberbürgermeisterin der Großen Kreisstadt Dippoldiswalde und Andrea Dombois, Vizepräsidentin des Sächsischen Landtags, freuten sich über die erfolgreiche Umsetzung für den Welterbestandort Dippoldiswalde im Rahmen der Projekte des Landesamtes für Archäologie Sachsen. Weitere Bausteine des digitalen Informationssystems folgen im Frühjahr 2020.




