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Zinn für´s Dekor – Ein seltener Gefäßfund aus Freiberg

Ostdeutsches Steinzeug der Spätgotik

Die Abbildung zeigt ein altes Keramikgefäß mit einer kunstvollen Darstellung eines menschlichen Gesichts. Die Oberfläche ist mit geometrischen Mustern verziert, die dem Gefäß eine kulturelle Tiefe verleihen. Der Hintergrund ist neutral, um das Objekt hervorzuheben.
Stangenbecher aus ostdeutschem Steinzeug der Spätgotik, 15. Jh. © Landesamt für Archäologie Sachsen, Martin Jehnichen.
© LfA

 

Diesen Fund können Sie ab dem 14. November 2025 in der Ausstellung „Zinn & Sein. Eine archäologische Spurensuche im Erzgebirge“ des EU-Projektes ArchaeoTin in der Zinngrube Ehrenfriedersdorf bewundern.

Dieses außergewöhnliche Stück eines Stangenbechers mit der Gesichtsapplikation einer Frau stammt aus einer Ausgrabung an der Nonnengasse in Freiberg, Kr. Mittelsachsen. Das reich verzierte ostdeutsche Steinzeug der Spätgotik (bisher bekannt als „Falke-Gruppe“) wurde zerbrochen in einer Stadtbrandschicht gefunden. Der Stangenbecher datiert in das 15. Jh. und weist ein Stempeldekor aus verschiedenen Formen auf. In den Dreiecken ist es mit Einlagen aus Zinn versehen, das möglicherweise aus dem Erzgebirge stammt. Das ostdeutsche Steinzeug traf den Geschmack der Zeit und fand auch überregional Verbreitung. Ein vergleichbares Fundstück aus Polen mit einem bärtigen Männergesicht zeigt übrigens die gleiche Haarfrisur wie die Dame aus Freiberg.

C. Pönitz