Als es im Juni 2013 in weiten Teilen Sachsens zu mehrtägigen, äußerst ergiebigen Niederschlägen mit einhergehenden Hochwasser-Ereignissen kam, war das bereits der zweite katastrophale Starkregen innerhalb einer reichlichen Dekade nach 2002. Noch waren nicht alle Schäden des Hochwassers von 2002 beseitigt, standen der Freistaat Sachsen und die betroffenen Kommunen erneut vor der Herausforderung die entstandenen Schäden zu bewältigen. Nach der Finanzierungs- und Planungsphase begannen Anfang 2016 Bauarbeiten zur Hochwasserschadensbeseitigung, die durch das Landesamt für Archäologie Sachsen begleitet wurden. Bis Ende 2019 waren insgesamt ca. 140 Einzelbaumaßnahmen nahezu vollständig realisiert.
Für die Archäologie ergab sich eine nahezu einmalige Möglichkeit auf ganz besondere Weise Einblicke in die Entwicklung einer Region zu gewinnen. Währen das „normale Tagesgeschäft“ eines Archäologen darin besteht, an einem Ort, innerhalb eines meist kurzen Zeitraumes und auf einer begrenzten Fläche zu graben, lagen nunmehr praktisch entgegengesetzte Verhältnisse vor. Im Bereich der 140 Einzelbaumaßnahmen, die auf eine Fläche von ca. 36 km² verteilt waren, konnten in etwa dreieinhalb Jahren eine große Anzahl Profile dokumentiert und zahlreiche Bodenproben entnommen werden. Diese Proben wurden mit einem breiten wissenschaftlichen Spektrum untersucht. So kamen beispielsweise Methoden der Geochemie, der Archäobotanik, der Dendrochronologie, radiologische Altersbestimmungen, der Sedimentologie usw. zur Anwendung. Darüber hinaus wurde mit Wissenschaftlern aus angrenzenden Fachbereichen, beispielsweise dem EU-geförderten Projekt ArchaeoMontan, kooperiert.
In der Summe der bisher vorliegenden Ergebnisse lassen sich spannende Ergebnisse von Landschafts- und Vegetationsentwicklung über Produktionsprozesse wie Bergbau, Forst- und Landwirtschaft, Köhlerei und Glasproduktion bis hin zu Einblicken in das Alltagsleben der Gebirgsbevölkerung ableiten.
Der Vortrag soll die wichtigsten Ergebnisse zusammenfassend vorstellen und einen Ausblick auf künftige Forschungs- und Untersuchungsvorhaben liefern.
Weitere Informationen zu den Vorträgen von Lohgerber Museum und MiBERZ finden Sie hier.
Treffpunkt:
LOHGERBER MUSEUM & GALERIE Dippoldiswalde
Freiberger Straße 18
01744 Dippoldiswalde
Beginn: Dienstag, 24.10.2023, 19:00 | Einlass ab 18:30
Kosten pro Person: 5,00€
Eine Anmeldung zum Vortag ist erforderlich unter museum(at)dippoldiswalde.de oder 03504 612418.

