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Voruntersuchungen zur mittelalterlichen Landnutzung und Umweltveränderung im Erzgebirge

Ein künstlich angelegte Plateau am Hang, auf dem sich im Mittelalter mehrere Meiler befanden, © Landesamt für Archäologie Sachsen
Muž v reflexní bundě drží vibrační kladivo, které je zapuštěno do země. Stojí ve lesním prostředí s viditelnou vegetací a kameny v pozadí.
Mit Hilfe von Bohrungen kann die Mächtigkeit des Sedimentes bestimmt werden, © LfA Sachsen
Na obrázku je půdní profil, který zobrazuje různé vrstvy půdy. V horní části se nachází tmavá humózní vrstva, pod ní je světlejší písčitá vrstva. Po levé straně je označení profilu s datem a měřicí tyč s barevnými segmenty.
Ein massives Holzkohleband zeugt im Bodenprofil vom ehemaligen Standort eines Meilers, © LfA Sachsen

Auch jenseits der Bergwerke, Verhüttungsplätze und Siedlungen dürfte die Veränderung des Erzgebirges im Mittelalter und der frühen Neuzeit erheblich gewesen sein, denn schließlich musste der im archäologischen Befund nachgewiesene hohe Bedarf an Bauholz und Holzkohle gedeckt werden. Um der Frage nach den Auswirkungen des Bergbaus der zugehörigen Gewerke auf die Landschaft und die Waldbedeckung nachzugehen, finden seit Ende des letzten Jahres mit freundlicher Unterstützung des Staatsbetriebes Sachsenforst (Revier Bärenfels) interdisziplinäre Erkundungen zum Landschaftswandel im Umfeld des Altbergbaus bei Niederpöbel (13. Jhd.) statt. In einem heute dicht bewaldeten Areal finden sich die Spuren zahlreicher, z.T. mittelalterlicher Holzkohlemeiler, die zur Verkohlung des dort geschlagenen Holzes dienten. Eine Bestimmung der Holzarten sowie die Datierung der hier aufgefundenen Meilerreste erlaubt Rückschlüsse, welche Baumarten und welche Stammdicken genutzt wurden und wie sich die Waldvegetation im Laufe der Nutzungszeit veränderte. Wie massiv diese Auflichtung der Wälder gewesen sein muss, zeigen auch holzkohledurchsetzte Sedimente, die nach Abholzung der Flächen durch den Regen den Hang hinabgespült wurden und die heute anhand von Bohrungen und Bodenaufschlüsse untersucht werden können.

Johann Friedrich Tolksdorf