Vegetationsgeschichte und Montanarchäologie – Aussagemöglichkeiten der Pollenanalyse und ihre Einsatzmöglichkeiten im EU-Projekt ArchaeoTin
Die Einsatzmöglichkeiten der Pollenanalyse waren das Thema des Gastvortrages von Dr. Michael Peters vom Projektpartner Ludwig-Maximilians-Universität München. Er stellte die methodischen Grundlagen der Pollenanalyse (Palynologie) vor. Inhaltlich beschäftigt sich die Palynologie unter anderem auch mit der Entstehung der Pollenarchive, der Pollenerhaltung, deren unterschiedliche Mobilität sowie der Flugfähigkeit der Pollen.
Die Forschungsgebiete des ArchaeoTin-Projektes liegen im Erzgebirge auf Anhöhen, in deren Klimata es seit Beginn des Holozäns zu Moor- bzw. Torfbildung kam. Somit konnten ohne Schwierigkeit aus einer Zahl von Mooren diejenigen ausgewählt werden, in denen die durch Bergbauaktivitäten der Umgebung wirkenden menschlichen Einflüsse auf die Vegetation ablesbar sein müssten.
Das Aufbereiten der Proben und das Auszählen tausender Pollen ist sehr zeitaufwendig. Die ersten Analysen zeigen schon, dass die bisher gezogenen Bohrprofile den Erwartungen entsprechen werden. Vor dem Hintergrund eines natürlichen, großklimatisch bedingten Wandels der Waldgesellschaften, fallen Veränderungen ins Auge, die nur menschengemacht sein können. Die Schwankung der Arten lässt sich als Beginn einer Waldnutzung, eine Übernutzung oder einer Zerstörung des Waldes interpretieren.
Welchen Anteil, mit regionaler als auch zeitlicher Gewichtung, die Zinnseifentätigkeit daran hatte, wird mit der Vorlage der Ergebnisse genauer beurteilt werden können.

