Sie befinden sich hier

18.03.2020 14:54

Hic sunt dracones!

Kein Drachenmaul: Geschlitztes Ende für die Aufnahme des eisernen Wellenzapfens (© LfA).

Darstellung eines Kehrrades bei Agricola. Die Welle befindet sich in dem mit I und K gekennzeichneten Bereich (G. Agricola „De re metallica libri XII, 6. Buch).

Restaurator Andree Forßbohm informiert das angereiste MDR-Team über den Restaurierungsplan (© LfA).

Mit einem Spezialbohrer (Zuwachsbohrer) wurden Bohrkerne aus der Welle entnommen und in Styrodurschienen mit Folien umwickelt gelagert. Mit dem im Bild ersichtlichen dunklen Bohrkern werden Untersuchungen zur Dendrochronologie, Spätholzdichte, Holzgenetik u. a. möglich (© LfA).

Letzte Dokumentationsarbeiten an der Welle. Im Hintergrund die eigens zur Konservierung konstruierte Wanne (© LfA).

Die Welle wird präzise in die noch geöffnete Wanne bugsiert (© LfA).

Das Restauratoren- und Logistikteam und die beteiligten Fachwissenschaftler nach getaner Arbeit (© LfA).

Nein, keinesfalls handelt es sich hier um einen Drachen oder den Vorsteven eines Drachenschiffs. Die Welle des Kehrrads von Bad Schlema (Datierung um 1500 n. Chr.) wurde am 17.03. in einer Werkhalle in Großstolpen bei Groitzsch das letzte Mal für lange Zeit der Öffentlichkeit präsentiert. Anlass war die Umbettung in eine durch das Restauratorenteam des LfA Sachsen konstruierte Wanne, in der die aus einem Eichenstamm gefertigte Welle die nächsten Jahrzehnte zur Konservierung liegen wird.

Neben einer letzten Begutachtung, Beprobung und Dokumentation im nicht konservierten Zustand war Maßarbeit gefordert, um das etwa 4 t schwere Konstruktionselement des Kehrrades sicher in das vorbereitete Becken zu bugsieren.

Die Bergung der Welle Anfang August 2018 stellte sich als Glücksfall für die Montanarchäologie heraus, waren doch solche Maschinen, die der Wasserhebung oder dem Erztransport dienten, vorrangig durch Abbildungen wie bei Agricola bekannt.

Weitere Informationen finden Sie hier. Ein filmischer Beitrag des MDR wird im Rahmen des Sachsenspiegels zu sehen sein. Allen Beteiligten sei herzlich gedankt!