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18.05.2020 14:31

Durch das wilde Pöbelbach-Tal

Mit Kamera, Kopter und Computer der historischen Waldbewirtschaftung auf der Spur

Von: Klaus Cappenberg M. A.

Eines der Untersuchungsgebiete des Projektes ArchaeoForest: Das Pöbelbach-Tal aus der Luft, Blickrichtung nach Norden (© LfA).

Eine Meilerplattform aus einigen Metern Höhe fotografiert (© LfA).

Strukturen nach erfolgter Verifizierung: Die Meilerplattform positiv (rot, es handelt sich um die oben dargestellte Meilerplattform), weitere Strukturen negativ (weiß) – möglicherweise Relikte des Altbergbaus (© LfA).

Die planierten Halden des Bergbaus, hier einem Mundloch vorgelagert, sehen den Plattformen der Holzkohlemeiler in der Fernerkundung zum Verwechseln ähnlich und können manchmal nur durch eine Begehung eindeutig angesprochen werden (© LfA).

Das Projekt ArchaeoForest beschäftigt sich u. a. mit den verköhlerten Holzspektren des mittelalterlichen Urwaldes im Erzgebirge, um daraus Rückschlüsse auf die Vegetationszusammensetzung des Waldes in der mittelalterlichen Warmzeit zu ziehen. Die Erkenntnisse sollen auf Aufforstungsmaßnahmen, die einen klimaangepassten Bestand anstreben, angewendet werden.

Die so genannten Plattformen der mittelalterlichen bis neuzeitlichen Holzkohlemeiler sind mit den Mitteln der modernen Fernerkundung, v. a. LiDAR-Daten der sächsischen Landesvermessung, recht gut sichtbar. Trotzdem müssen sie überprüft und beprobt werden, so dass eine Erkundung des Geländes zu Fuß notwendig ist. Neben der Probengewinnung ist dies auch unumgänglich, um die Hinterlassenschaften der Köhlerei von beispielsweise Relikten des historischen Bergbaus zu unterscheiden.

Die am Schreibtisch durch die Auswertung der LiDAR-erstellten Geländemodelle vorgenommene Vorauswahl potentieller Meilerstellen wird dazu digitalisiert und in eine mobile Version des verwendeten Geografischen Informationssystem übertragen.

Die Fundstellen werden fotografisch erfasst – sowohl vom Boden aus, wie auch aus der Luft, wenn der Waldbestand dies zulässt. Hintergrund der Befliegung ist bessere Sichtbarkeit der Meilerplattformen von schräg oben.

Die entstehende Aufnahme der Meilerfundstellen wird mittels kleiner Sondagegrabungen an ausgewählten Beispielen untersucht und anthrakologisch beprobt.