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25.06.2018 12:45

Ältestes Hauerstühlchen Europas entdeckt

Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange besichtigt sensationellen Fund im Landesamt für Archäologie Sachsen

Staatsministerin Dr. Stange ließ sich durch die Restauratorin Liane Albrecht-Kramer vom ArchaeoMontan-Team die Verfahrensweise der Holzkonservierung erklären; © Landesamt für Archäologie Sachsen.

Große Holzteile werden in voluminösen Wannen eingelegt. v.l.nr.: Dr. Christiane Hemker Projektleiterin ArchaeoMontan, Staatsministerin Dr. Stange, Liane Albrecht-Kramer, Restauratorin; © Landesamt für Archäologie Sachsen.

Im Rahmen der archäologischen Untersuchungen des ArchaeoMontan-Projektes wurde das vermutlich älteste Hauerstühlchen Europas geborgen. Der spektakuläre Fund wurde vor kurzem in einem mittelalterlichen Bergwerk in 20 Metern Tiefe unter Dippoldiswalde entdeckt.

Das fast vollständig erhaltene, ursprünglich dreibeinige Stühlchen, ist nur 25 cm hoch und diente den Bergleuten unter Tage als Sitzgelegenheit. Obgleich solche Stühlchen sicherlich weit verbreitet waren, hatte sich bislang keines im archäologischen Zusammenhang erhalten. Auch zeitgenössische bildliche Darstellungen der Nutzung unter Tage sind nicht bekannt.

Die Bergung des wichtigen Fundes wurde vor allem durch die gute Zusammenarbeit mit der Bergsicherung Freital und dem Sächsischen Oberbergamt Freiberg ermöglicht. Das Objekt ist jedoch äußerst empfindlich. Um ihn zu erhalten, müssen die Restauratoren sofort tätig werden und das nasse Holz vor dem Austrocknen bewahren. Es wird einige Monate dauern, bis das Stühlchen stabilisiert ist.

Nach Abschluss der Konservierung ist geplant, das Hauerstühlchen im MiBERZ, dem neuen "Museum für mittelalterlichen Bergbau im Erzgebirge" im Schloss Dippoldiswalde auszustellen. Die Eröffnung des Museums ist für den 23. August 2018 vorgesehen.

Der sensationelle Fund wurde der Staatsministerin Dr. Stange anlässlich Ihres Besuches beim Landesamt für Archäologie Sachsen von der Landesarchäologin Dr. Regina Smolnik im ArchaeoMontan-Restaurierungslabor vorgestellt. Einen schönen SACHSEN FERNSEHEN-Filmbericht dazu gibt es hier zum Anschauen.